Eintracht Trier und Rudi Thömmes begeistern

Pokalheld Rudi Thömmes führte seine Trierer in der DFB-Pokal Saison 1997/1998 mit spektakulären Spielen bis ins Halbfinale.

Nach sechs Jahren Pokalabstinenz war es in der Saison 1997/98 endlich wieder so weit: Eintracht Trier, das seit 1981 in der dritten Liga, der damaligen Regionalliga West/Südwest, spielte, durfte nach gelungener Qualifikation wieder am DFB-Pokal teilnehmen.

Der erste Gegner der Trierer war die Spielvereinigung Unterhaching, und nach dem mühsamen 2:1-Sieg über die Münchner Vorstädter ahnte noch niemand, dass diese Saison zum größten Erfolg in der Pokalgeschichte des Vereins werden sollte. Im Gegenteil, denn als die Losfee als nächsten Gegner der Eintracht den amtierenden Uefa-Pokal-Sieger FC Schalke auswählte, rechnete wohl auch der eingefleischteste Eintracht-Fan mit dem Ausscheiden seines Teams.

Doch es sollte anders kommen. Am 23.9. trat ein zwar ersatzgeschwächtes, aber dennoch vom Papier her weit überlegenes Schalker Team im Moselstadion an, das gegen die munter aufspielenden Hausherren nie seinen Rhythmus fand. Dem Platzverweis des Schalkers Johan de Kock (71.) folgte kurz darauf (76.) das entscheidende 1:0, ausgerechnet durch den bekennenden Schalke-Fan Rudi Thömmes.

Eine Runde später sollte diese Leistung noch getoppt werden: Zu Gast war diesmal der amtierende Champions-League- und Weltpokalsieger Borussia Dortmund, der nach zwei Treffern der Trierer durch abermals Thömmes sowie Marek Czakon (Foulelfmeter) und einem Gegentreffer von Jürgen Kohler mit 2:1 nach Hause geschickt wurde.

Auch im Viertelfinale gelang Rudi Thömmes der 1:0-Siegtreffer gegen den Regionalligisten Waldhof Mannheim.

Das DFB-Pokal Halbfinale gegen den MSV Duisburg brachte dann im Vorfeld unerwartete Probleme mit sich. Aufgrund einer fehlenden Flutlichtanlage drohte wegen der Live-Übertragung im Fernsehen eine Verlegung des Spiels in ein anderes Stadion, doch die Eintracht wollte unter keinen Umständen auf ihren Heimvorteil verzichten. In kürzester Zeit wurden die Fundamente gegossen und die Flutlichtanlage installiert, sodass das erste Pokal-Halbfinale in der Geschichte von Eintracht Trier am 18.2.1998 planmäßig im Moselstadion angepfiffen werden konnte. Diesmal lief es allerdings nicht so gut für die Trierer. Erst durch den Treffer von Dirk Fengler in der 89. Minute erzwangen sie sich die Verlängerung gegen den überlegenen Gegner. Das Elfmeterschießen endete 11:10 für Duisburg.

Mit seinen Toren gegen Schalke und Dortmund stieg Rudi Thömmes zum absoluten Publikumsliebling und zur Kultfigur der Trierer Eintracht auf. Thömmes, der hier gemeinsam mit seinem Bruder Harald das Fußballspielen gelernt hatte, war nach acht Jahren in Darmstadt und Salmrohr erst 1997 wieder nach Trier zurückgekehrt und hatte 2002 maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Sein letztes Spiel für Eintracht Trier machte er am 30.11.2003 gegen Rot-Weiss Ahlen. Zur Saison 2010/2011 kehrte der mittlerweile 41-jährige als Co-Trainer an seine alte Wirkungsstätte zurück.

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